Die Frage, ob Veredelung intern bleiben oder extern vergeben werden sollte, taucht meist nicht am Anfang auf.
Sie kommt dann,
Solange Mengen überschaubar sind, Materialien konstant bleiben und der Zeitdruck gering ist, funktioniert In-House-Veredelung in vielen Fällen gut. Muster, Prototypen oder kleinere Serien lassen sich schnell umsetzen. Entscheidungen bleiben im Team. Abläufe sind bekannt.
Mit zunehmendem Volumen ändern sich jedoch die Anforderungen. Was bei 500 Teilen stabil läuft, sieht bei 5.000 oder mehreren Drops pro Jahr oft anders aus.

Interne Veredelung bedeutet vor allem Nähe zum Prozess.
Maschinen stehen im eigenen Haus. Anpassungen lassen sich direkt testen. Für Entwicklungsphasen oder kleine Serien ist das ein klarer Vorteil.
Typische Stärken:
Gleichzeitig entstehen mit der Zeit andere Faktoren, die oft erst später relevant werden:
In-House-Veredelung scheitert selten am ersten Auftrag. Herausfordernd wird es, wenn mehrere Faktoren gleichzeitig steigen: Volumen, Varianten, Materialien und Zeitdruck.

Die externe Vergabe bedeutet zunächst, einen Prozessschritt abzugeben. Für viele Brands fühlt sich das ungewohnt an.
In der Praxis berichten wachsende Unternehmen jedoch häufig von mehr Planbarkeit – vor allem dann, wenn die internen Strukturen nicht im gleichen Tempo mitwachsen wie das Volumen.
Typische Vorteile:
Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen:
Externe Veredelung funktioniert nur dann gut, wenn Verantwortung tatsächlich übernommen wird – nicht nur produziert wird.
Viele Entscheidungen werden auf Basis des Preises pro Logo getroffen. Der Stückpreis allein bildet jedoch nur einen Teil der Realität ab.
Bei In-House-Lösungen entstehen Kosten vor allem durch:
Externe Modelle machen Kosten meist projektbezogen kalkulierbar. Tests, Setups und Prozesssicherheit sind Teil der Dienstleistung.
Die wirtschaftlich relevante Frage lautet daher weniger: „Was kostet ein Logo?“ Sondern eher: „Wie hoch ist das Risiko, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert?“
Interne Veredelung kann dauerhaft gut funktionieren, wenn:
Für viele wachsende Brands treffen diese Bedingungen jedoch nur phasenweise zu.
Ein Ansatz, der sich in der Praxis bewährt hat:
So bleibt Flexibilität erhalten, ohne dass jede Kollektion intern abgesichert werden muss.
Externe Veredelung wird besonders relevant, wenn:
In diesen Situationen geht es weniger um Maschinen oder Applikationsbedingungen, sondern um Prozesssicherheit: klare Abläufe, Qualitätskontrollen und saubere Übergaben.
Wie ein solcher Veredelungsprozess strukturiert abläuft, wie Logistik, Lagerung und Versand integriert werden können und wie andere Brands dadurch operative Ruhe gewinnen, haben wir in diesem Beitrag detailliert beschrieben: Textilien bedrucken: So gelingt dein Projekt.
Am Ende ist die Entscheidung weniger ideologisch als operativ. Es geht nicht um „Kontrolle behalten“ oder „Arbeit abgeben“. Es geht darum, welche Struktur die nächste Wachstumsphase am besten unterstützt.
Einfach gesagt:
Die entscheidende Frage lautet daher: Ist die aktuelle Struktur auch bei doppeltem Volumen noch stabil?
Wenn diese Frage nicht eindeutig mit Ja beantwortet werden kann, lohnt es sich, externe oder hybride Modelle zumindest zu prüfen.

In-House-Veredelung und externe Vergabe sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Organisationsmodelle. In frühen oder stabilen Phasen bietet In-House Nähe und Flexibilität.
Mit wachsendem Volumen verschiebt sich der Fokus jedoch oft von Kontrolle hin zu Prozesssicherheit. Für viele mittelgroße Brands ist daher nicht der Stückpreis entscheidend, sondern die Frage nach Skalierbarkeit, Risikoverteilung und operativer Ruhe.
Die richtige Lösung hängt weniger von der Technik ab, sondern davon, wie viel Stabilität die nächste Wachstumsstufe erfordert.
Wenn ihr eure aktuelle Struktur einmal mit Blick auf die nächsten 12–24 Monate reflektieren möchtet, lohnt sich ein offener Austausch über eure konkreten Rahmenbedingungen.













