Arbeitskleidung zu branden klingt erstmal nach Routine.
Das Textil ist festgelegt, Schnitt und Farbe stehen, die Lieferkette ist geklärt – alle internen Anforderungen sind abgehakt.
Und dann kommt „nur noch“ das Logo.
Brust. Ärmel. Rücken. Ein Heat Transfer – fertig.
In der Praxis ist genau das oft der Moment, in dem Projekte kippen. Nicht, weil Heat Transfers nicht funktionieren, sondern weil Arbeitsbekleidung andere Regeln hat als Fashion, Merch oder Promotionwear.
Und weil ein Logo hier nicht einfach ein schönes Detail ist – sondern Teil der Funktion.
Arbeitsbekleidung wird nicht getragen, um Trends zu folgen. Sie wird getragen, um zu funktionieren.
Jeden einzelnen Arbeitstag.
Typische Anforderungen sind:
Das bedeutet: Das Logo ist kein dekoratives Extra. Es ist Teil des Gesamtprodukts. Und wenn es versagt, sieht das nicht nur „unschön“ aus, dann entsteht unnötiger Stress.

Klingt logisch. Ist aber gefährlich.
Denn Transfers sind nicht automatisch universell einsetzbar. Ein Heat Transfer, der auf einem Fashion-Hoodie perfekt funktioniert, kann auf Arbeitskleidung:
Und dann kommt das, was niemand will: Reklamationen. Ersatz. Diskussionen. Druck auf Einkauf und Qualität.
Das ist menschlich: Man sieht das Logo und denkt „passt“.
Entscheidend ist aber nicht, wie Heat Transfers bei der Freigabe aussehen, sondern:
Ein Logo kann bei der Freigabe super aussehen und trotzdem nach kurzer Zeit zum Problem werden.
„Das haben wir bei einer anderen Kollektion auch so gemacht.“
Das ist wahrscheinlich der häufigste und teuerste Fehler. In der Praxis reicht ein kleiner Unterschied und alles verändert sich:
Darum gilt: Test immer auf dem echten Kleidungsstück. Nicht auf einem „ähnlichem Stoff“.
Manche Workwear-Anwendungen sind nicht nur anspruchsvoll, sondern sicherheitsrelevant. Und dann wird das Logo Teil der Verantwortung.
Sobald ein Textil flammhemmend zertifiziert ist, wird das Logo automatisch mitbewertet.
Ein Transfer, der bei Hitze schmilzt, tropft oder weiterbrennt, kann die Schutzwirkung des gesamten Kleidungsstücks beeinträchtigen – und im Ernstfall ein echtes Risiko darstellen.
In diesen Anwendungen ist entscheidend, dass der Transfer:
Standardlösungen sind hier in der Regel ungeeignet. Auch das Logo muss geprüft, dokumentiert und normkonform ausgewählt werden.
Eine detaillierte Einordnung zu Normen, Prüfmethoden und typischen Fallstricken findest du im Beitrag „Brauchst du ein flammenhemmendes Logo?“

Reflektierende Logos sollen Sichtbarkeit erhöhen, dürfen dabei aber Funktion, Tragekomfort und Normkonformität nicht beeinträchtigen.
In der Praxis zeigt sich: Nicht jede reflektierende Technik ist automatisch für jeden Einsatzzweck geeignet.
Relevant ist vor allem, dass:
Eine reflektierende Lösung kann technisch gut gemeint sein und trotzdem unbrauchbar werden, wenn diese Punkte nicht sauber zusammenspielen.

Für viele Branchen ist Industriewäsche Standard.
Hohe Temperaturen, starke mechanische Belastung und chemische Einflüsse stellen deutlich höhere Anforderungen als haushaltsnahe Pflege. Die Norm DIN EN ISO 15797 beschreibt diese Bedingungen und gilt für das gesamte Kleidungsstück, inklusive Logo.
Ein geeigneter Heat Transfer muss unter diesen Bedingungen:
Ein einzelner bestandener Waschtest reicht nicht aus. Entscheidend ist ein konsistentes Verhalten über viele Zyklen hinweg.
Eine vertiefende technische Einordnung dazu bietet die Masterclass „Logos für Textilien, die Industriewäsche aushalten müssen“
Bei Workwear ist der Stückpreis nur ein Teil der Wahrheit.
Teuer wird es, wenn:
Eine stabile, getestete Lösung kostet vielleicht etwas mehr – spart aber genau das, was in Workwear am teuersten ist: Zeit, Risiko und Nacharbeit.

Bevor du ein Logo final freigibst, sollten diese Punkte geklärt sein:
Einsatz & Pflege
☐ Wird das Textil industriell gewaschen (DIN EN ISO 15797) oder haushaltsnah?
☐ Welche Waschtemperaturen sind realistisch (60 °C / 75 °C / mehr)?
☐ Gibt es chemische Einflüsse (Desinfektionswäsche, starke Waschmittel, Trockner)?
Textil & Oberfläche
☐ Originaltextil liegt für Tests vor (kein „ähnlicher Stoff“)
☐ Materialmischung ist bekannt (z. B. PES/CO, Softshell, beschichtet etc.)
☐ Oberfläche ist definiert (rau, glatt, imprägniert, beschichtet)
Funktion & Sicherheit
☐ Gibt es Normen / Zertifizierungen, die betroffen sind (z. B. flammhemmend)?
☐ Muss Reflektion normkonform erhalten bleiben?
☐ Darf der Transfer im Ernstfall nicht tropfen / schmelzen / weiterbrennen?
Testing & Freigabe
☐ Waschtests sind definiert (z. B. 30/50 Zyklen, nicht nur 1 Test)
☐ Bewertungskriterien sind klar (Haftung, Kanten, Farbe, Risse, Flexibilität)
☐ Freigabe erfolgt erst nach Test auf Originaltextil

Welche Technik ist die beste für Workwear? Kommt auf Einsatz, Waschverfahren und Textil an – entscheidend ist nicht die Optik bei der Freigabe, sondern das Verhalten nach vielen Zyklen.
Reicht ein Waschtest? Für Workwear meist nicht. Entscheidend ist reproduzierbares Verhalten über viele Waschzyklen – nicht ein einzelner Testlauf.
Warum muss auf dem Originaltextil getestet werden? Schon kleine Unterschiede (Ausrüstung, Beschichtung, Färbung, Oberfläche) können Haftung und Alterung stark verändern.
Kann ein Logo die Zertifizierung beeinflussen (z. B. flammhemmend)? Ja. Bei Schutzkleidung wird das Logo mitbewertet – falsche Transfers können die Schutzwirkung beeinträchtigen.

Heat Transfers funktionieren in Arbeitsbekleidung sehr gut – wenn sie konsequent auf den realen Einsatz abgestimmt und auf dem Originaltextil getestet werden.
Die meisten Probleme entstehen nicht, weil Transfers technisch nicht funktionieren. Sondern weil man zu spät testet oder zu früh annimmt, dass es schon passen wird. Wenn du das Logo von Anfang an als Teil des Systems verstehst (und nicht als letzten Schritt), sparst du dir später Reklamationen, Diskussionen und unnötige Korrekturen.
Wenn du gerade ein Workwear-Projekt planst und sicherstellen willst, dass das Branding langfristig funktioniert, sprich früh mit uns. Wir helfen dir dabei, die passende Transferlösung auszuwählen.













